Polyphonie
Mehrsprachigkeit_Kreativität_Schreiben

Neuerscheinungen

  1. Kremnitz, Georg: Mehrsprachigkeit in der Literatur. Ein kommunikationssoziologischer Überblick. 2., erweiterte Auflage, Wien: Praesens 2015, 285 Seiten.
    ISBN 978-3-7069-0828-3
    € [A] 26,50 / € [D] 25,80
    Im Gegensatz zu der noch immer vorherrschenden Meinung schreiben Schriftsteller nicht immer nur in einer Sprache. Das Schreiben in einer anderen Sprache, der Wechsel der Literatursprache durchzieht die Vergangenheit Europas und wird heute nach der teilweisen Überwindung des Nationalismus wieder stärker beachtet. Allerdings ist das Wissen darüber noch bruchstückhaft. Der vorliegende Band stellt Kriterien für die Wahl von Literatursprachen durch mehrsprachige Schriftsteller vor und versucht umgekehrt, aus der Beobachtung der konkreten Entscheidungen, die Autoren getroffen haben, zu erkennen, welches Gewicht sie der Sprachwahl zuweisen – von (fast) rein pragmatischen Entscheidungen bis zu dem tiefen Gefühl, nur in einer Sprache sich wirklich ausdrücken zu können. Solche, vor allem auf der Soziologie der Kommunikation aufbauenden Untersuchen können unter anderem ein bescheidener Beitrag zur Überwindung der Irrtümer des Nationalismus sein

  2. Pasewalck. Silke / Dieter Neidlinger / Terje Loogus (Hrsg.): Interkulturalität und (literarisches) Übersetzen.  Tübingen: Stauffenburg Verlag 2014, 334 Seiten.
    ISBN 978-3-86057-097-5
    49,80 EUR
    In der Literatur- sowie in der Translationswissenschaft ist das Konzept der Interkulturalität virulent und von wachsender Bedeutung, wenn auch unterschiedlich profiliert. Während der Begriff in der Literaturwissenschaft lebhafte Debatten entfacht hat, ist er in der Translationswissenschaft kaum Gegenstand kontroverser Auseinandersetzungen.
    Die Beiträge des Bandes nähern sich dem Verhältnis von Interkulturalität und Übersetzen theoretisch und fachgeschichtlich sowie aus der Perspektive der Übersetzungs- und Unterrichtspraxis.Inwiefern ist kulturelle Alterität bzw. Differenz Resultat einer Zuschreibung oder einer Beschreibung der Zustände, und welche Subsumptionen finden in jedem Fall unweigerlich statt? Welche Rolle spielen Macht und Asymmetrie in interkulturellen Beziehungen und bei Übersetzungen? Welches interkulturelle Vermittlungspotential haben literarische Texte? Was bedeutet Kultursensitivität der Übersetzung, und in welchem Verhältnis stehen Sprache und Kultur in Theorie und Praxis der Translation? Diese Fragen waren Anstoß für eine interdisziplinäre und internationale Tagung, die in der Germanistik in Tartu (Estland) im Herbst 2011 stattfand und deren Ergebnisse in diesem Band dokumentiert sind. Die Autoren und Autorinnen zeigen an Fallstudien und historisch-theoretischen Analysen die vielfältigen Anknüpfungspunkte – aber auch die Unterschiede – zwischen den Disziplinen auf.
  3. Valtolina, Amelia / Michael Braun (Hrsg.): Am Scheideweg der Sprachen. Die poetischen Migrationen von Yoko Tawada. Tübingen: Stauffenburg 2016, 244 Seiten.
    ISBN 978-3-95809-380-5
    EUR 39,80
    In der Konstellation polyglotter Schriftkörper, vielstelliger Ideogramme, faszinierender „Überseezungen" bewegen sich die Erzählungen, Gedichte, Essays und Übersetzungen der in Japan geborenen Yoko Tawada. Diese wohl virtuoseste Vertreterin einer interkulturellen Poetik war im Oktober 2013 zu Gast an der Universität Bergamo, wo sie u. a. die Erzählung las, die diesen Sammelband eröffnet. Aus den Vorträgen, Lesungen und Gesprächen dort entwickelten sich die Beiträge, die aus amerikanischer, deutscher, italienischer und japanischer Perspektive einen neuen Horizont der Tawada-Forschung bestimmen. 
Anstelle einer monothematischen Sicht auf das vielfältige Werk der Dichterin beschäftigen sich diese Beiträge mit ihrer pluralistischen Poetik: dem Kommen und Gehen zwischen Ost und West, den Migrationen zwischen den Kulturen, der Relation von Mehrsprachigkeit und Übersetzung, dem Wechselgesang von Alterität und Phantastik, den Theorien von Transmedialität, „Exophonie", „choreographischem Schreiben", der eigenwilligen Sprach-Erotik, den Bezügen zu Paul Celan. Yoko Tawadas Texte werden gelesen als literarische Expeditionen zu Orten und Worten, die am Scheideweg der Sprachen entstehen.
  4. Zeitschrift für interkulturelle Germanistik, 6. Jahrgang, 2015, Heft 2: Literarische Mehrsprachigkeit, 204 Seiten
    ISBN 978-3-8376-3212-5
    12,80 EUR
    Das Themenheft 2015 der »Zeitschrift für interkulturelle Germanistik«, herausgegeben von Natalia Blum-Barth (Mainz), ist dem Thema »Literarische Mehrsprachigkeit« gewidmet.Im Zentrum stehen Werke von Sprachwechslern und zweisprachigen Autoren und das Hineinwirken der Erstsprache in die Literatursprache dieser Texte. Modelle der Interferenz der Sprachen im literarischen Werk werden beispielhaft erläutert sowie in den kultur- und literaturhistorischen Kontext eingeordnet. Des Weiteren werden Techniken des mehrsprachigen Schreibens (Übersetzung, Hybridisierung, Konvergenz, Sprachlatenz u.a.) herausgearbeitet und typologisiert. Schließlich wird gefragt, wie literarische Mehrsprachigkeit zur Entwicklung ästhetischer Konzepte und zur Herausbildung dichterischer Individualität beiträgt.
  5. Brigitta Busch, Mehrsprachigkeit, UTB: facultas.wuv 2013, 232 Seiten
    ISBN 978-3-8252-3774-5
    19.60 EUR (inkl. USt.)
    Jeder Mensch ist mehrsprachig. Wir alle pendeln täglich zwischen verschiedenen Sprechweisen (Dialekt, geschriebene Sprache,Umgangssprache, Fachsprache ...) und begegnen (in der Straßenbahn, in der Schule, in Medien, auf Reisen ...) einer Vielfalt von Sprachen. Wer erforschen will, wie wir Sprachen erleben, Sprachen erwerben und mit Sprachen umgehen, findet in diesem Band aktuelle soziolinguistische Zugänge zur Mehrsprachigkeit aus Subjekt-, Diskurs- und Raumperspektive. Vorgestellt werden auch Methoden der Mehrsprachigkeitsforschung wie sprachbiografisches Arbeiten oder die Exploration lokaler Sprachregime. Neben Studierenden der Linguistik erhalten auch Personen in Ausbildung zu Lehr- und Sozialberufen wertvolle Hilfestellungen für ihre zukünftige Arbeit in einer multilingualen Gesellschaft. (siehe: http://heteroglossia.net/Home.2.0.html)
  6. Deppermann, Arnulf (Hrsg.): Das Deutsch der Migranten. Berlin/New York: de Gruyter. 2013. 404 Seiten.
    ISBN 978-3-11-030789-4
    99,95 EUR
    Migration verändert unsere Gesellschaft nachhaltig. Sprache spielt dabei die zentrale Rolle. Sprachlich-kommunikative Prozesse bestimmen Bildungs- und Karrierechancen der Migranten, die kulturelle Teilhabe an Herkunfts- und Aufnahmekultur und die Herstellung von interpersoneller Solidarität, Ab- und Ausgrenzung. Der Jahrgangsband 2012 widmet sich dem Deutsch der Migranten in seinen linguistischen, soziologischen und pädagogischen Dimensionen. Im Brennpunkt steht, wie Migranten das Deutsche erwerben, verändern und in Relation zu den Herkunftssprachen benutzen:
    - Wie gestaltet sich der Erwerb von Deutsch als Zweitsprache unter dem Einfluss unterschiedlicher Erstsprachen?
    - Welche ein- und mehrsprachigen Weisen des Sprechens und Schreibens benutzen Migranten? Welche strukturellen Besonderheiten weist ihr Deutsch auf?
    - Welche Rolle spielen Sprache und Kommunikation für die Ausbildung, Bewahrung und Transformation von Identitätsentwürfen und biographischen Selbstverständnissen?
    - Wie gestalten sich Prozesse der sprachlichen Kommunikation von Migranten und Einheimischen?
    - Wie hängen Sprache, Bildungs- und Berufssituation der Migranten zusammen?
  7. Anja Wildemann, Mahzad Hoodgarzadeh (Hrsg.): Sprachen und Identitäten. Innsbruck: StudienVerlag. 2013. 218 Seiten.
    ISBN 978-3-7065-5291-2
    24,90 EUR
    Eine Vielzahl an subjektiven Ausprägungsformen sprachlicher, sozialer, ökonomischer und biografischer Erlebnisse und Erfahrungen beeinflusst den Einzelnen und dessen Identität. Was bedeutet aber eine solche Erkenntnis für den Deutschunterricht, der sich lange Zeit als hegemonialer Muttersprachenunterricht verstanden hat und dem in der heutigen bildungspolitischen Debatte erneut eine exponierte Position in Bezug auf das zielsprachliche Lernen zugewiesen wird? Um diese Frage zu beantworten, werden in diesem Buch bewusst unterschiedliche Herangehensweisen und Perspektiven gewählt, um die Bedeutung und Funktion von Sprachen für die Identitätsbildung darzustellen. Auch der Blick über den eigenen Tellerrand darf folglich nicht ausbleiben, weshalb neben deutschdidaktischen Fragestellungen überlegungen zu Deutsch als Zweit- und Fremdsprache sowie Ansätze aus der anglistischen Fremdsprachendidaktik vorgestellt werden.
  8. Knorr, Dagmar; Verhein-Jarren, Annette (Hrsg.): Schreiben unter Bedingungen von Mehrsprachigkeit. Frankfurt am Main et al.: Peter Lang. 2012. 226 Seiten.
    ISBN 978-3-631-62196-7
    32.70 EUR
    Schreiben in Hochschule und Beruf findet immer häufiger unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit statt. Wie wirkt sich das auf die Texte und den Textproduktionsprozess aus? Welche Strategien entwickeln Schreibende, um damit umzugehen? Wie lässt sich Schreib- und Textkompetenz unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit vermitteln? Der Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf dem Schreiben im Hochschulkontext. Untersucht werden Schreibprozesse, Schreibprodukte und Vermittlungsstrategien bei Studierenden, aber auch bei WissenschaftlerInnen. Die Mehrsprachigkeit kann dabei unterschiedliche Bedingungen setzen: Sie kann - bei mehrsprachig aufgewachsenen Studierenden - eine Voraussetzung sein. Sie kann aber auch Umgebungsbedingung sein, z. B. wenn in einer Fremdsprache geschrieben wird oder wenn die eigenen Texte aus Quellentexten unterschiedlicher Sprachen entstehen.
  9. Conceicao Cunha, Daniel Graziadei, Louisa Söllner, Tanja Pröbstl, Sören Stange (Hrsg.): Über Grenzen sprechen. Mehrsprachigkeit in Europa und der Welt. Würzburg: Königshausen & Neumann 2012. 304 Seiten
    ISBN 978-3-8260-4753-4
    39,80 EUR
    Kurzinhalt: Was macht die fremde Sprache mit der eigenen? Was die eigene mit der fremden? Worin besteht die Fremdheit einer Fremdsprache oder einer fremd anmutenden literarischen Kunstsprache? Gibt es überhaupt stabile Grenzen zwischen unterschiedlichen Sprachen? Über Grenzen sprechen. Mehrsprachigkeit in Europa und der Welt vereint als Antwort auf diese und ähnliche Fragen eine Vielzahl von Positionen und Perspektiven. Der Tagungsband ist die zweite Publikation in der Reihe languagetalks und überschreitet selbst Grenzen in mehrfacher Hinsicht. Die Herausgeber bringen literaturwissenschaftliche und linguistische Perspektiven auf das Thema zusammen, das im Band insbesondere unter drei Aspekten betrachtet wird: Eigen- vs. Fremdsprache (1), Macht und Resistenz durch und gegen die eigene oder fremde Sprache (2), Sprachkontakt und Hybridisierung von Sprachen (3). Nicht zuletzt werden innerhalb des Bandes auch Epochengrenzen überschritten – vom Mittelalter bis in die digitale Gegenwart. Der Band vermittelt einen umfassenden Einblick in mögliche Fragestellungen zum Thema ‚Mehrsprachigkeit‘ und zeigt zahlreiche Lösungsansätze zum Umgang mit diesem komplexen Thema in Literatur und gesprochener Alltagssprache auf.